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Seltene Erkrankungen - Rare Diseases

Menschen mit seltenen Erkrankungen: stark belastet und unterversorgt

Obwohl die Krankheitsbilder für sich genommen „selten“ sind, treten sie zusammengenommen häufig auf. Sie sind vielfältig und können alle Organsysteme betreffen. Menschen mit seltenen Erkrankungen sind eine der größten unterversorgten Patient:innengruppen weltweit.

In Österreich sind es 1 von 20, bzw. in Summe 500.000 Menschen, die an einer seltenen Erkrankung leiden. Im Vergleich  dazu leben 300.000 Österreicher:innen mit einer Herz-Kreislauf Erkrankung. Das sind deutlich weniger, aber im Gegensatz zu den seltenen Erkrankungen gibt es für diese Krankheiten zahlreiche Medikamente und Therapien.

Fakten zu seltenen Erkrankungen

< 5 in 10.000
Eine Seltene Erkrankung liegt vor, wenn weniger als 5 von 10.000 Menschen betroffen sind.

ca. 8.000
Es gibt ca. 8.000 seltene Erkrankungen. 

schwerwiegend
Seltene Erkrankungen sind oft chronisch, fortschreitend und lebensbedrohlich

< 5 %
Für weniger als 5 % gibt es eine zugelassene, spezifische Therapie.

ca. 80 %
Etwa 80 % der seltenen Erkrankungen sind genetisch bedingt.

> 50 %
Mehr als die Hälfte betrifft Kinder.

5 Jahre
Im Durchschnitt vergehen 5 Jahre, bis zur richtigen Diagnose. 

30 %
30 % der Kinder mit seltenen Erkrankungen sterben, bevor sie fünf Jahre alt werden.


Mehr Forschung für eine bessere Versorgung

Die Aussicht auf eine mögliche Therapie ist für Patient:innen mit seltenen Erkrankungen und ihre Angehörigen grundlegend lebensverändernd.

Die Entwicklung von Arzneimitteln ist jedoch ein langwieriger, kostenintensiver und unternehmerisch risikoreicher Prozess. Im Durchschnitt werden 5.000 bis 10.000 Substanzen erforscht, von denen schließlich nur eine als Medikament zugelassen wird. 

Die Forschung für seltene Erkrankungen ist besonders herausfordernd

Grafik

Mehr zum Thema Forschung und Entwicklung von seltenen Erkrankungen

Jede seltene Erkrankung ist anders

Von einer einzelnen seltenen Krankheit sind nur sehr wenige Patient:innen betroffen. Der geringen Anzahl an Betroffenen steht jedoch die Mannigfaltigkeit der unterschiedlichen Krankheitsbilder gegenüber. Die Ursachen und Erscheinungsbilder seltener Erkrankungen sind äußerst heterogen und können praktisch alle Organsysteme betreffen – die Atemwege, die Haut, das blutbildende System oder das Nervensystem genauso wie den Stoffwechselbereich. Seltene Erkrankungen haben damit keine gemeinsamen Eigenschaften – außer der Seltenheit jedes einzelnen Leidens. 

Orphan Drugs: Arzneimittel zur Behandlung von seltenen Erkrankungen

Für die Erforschung und Entwicklung von Orphan Drugs (OD) gibt es seit dem Jahr 2000 auf europäischer Ebene ein regulatorisches Anreizsystem, da die Entwicklung zu den üblichen Marktbedingungen nicht möglich wäre. 

Diese Anreize sind durch den sogenannten Orphan Drug-Status gekennzeichnet und in der EU-Verordnung über Arzneimittel für seltene Erkrankungen (EG) Nr. 141/2000 geregelt.

Ein Arzneimittel erhält den Orphan Drug-Status nur, wenn …

  • es sich um ein Arzneimittel für eine seltene Erkrankung handelt, die schwer oder tödlich ist,
  • noch keine zufriedenstellende Therapieoption (zufriedenstellende Methode zur Diagnose, Vorbeugung oder Behandlung) für die betreffende Krankheit zugelassen ist, oder
  • es im Vergleich zur vorhandenen Therapie voraussichtlich einen „erheblichen Nutzen“ aufweist – also einen klinisch relevanten Vorteil oder einen bedeutenden Beitrag zur Behandlung von Patient:innen leistet.

Dieser „erhebliche Nutzen“ wird dreimal überprüft: Bei der Beantragung des Status durch den Hersteller in der  Entwicklungsphase bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), bei der Zulassung und 5 Jahre danach. Sind die  Kriterien nicht mehr erfüllt, wird dem Arzneimittel der Orphan Drug-Status wieder aberkannt. Die oben genannten  Kriterien müssen zusätzlich zur Zulassung erfüllt werden.

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Ihre PHARMIG Ansprechpartnerin zum Thema Seltene Erkrankungen:

  • Mag. Dr. Christa Holzhauser
    Mag. Dr.  Christa Holzhauser
    Expert Clinical Research & Development, Rare Diseases

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