Arten von Arzneimitteln

Hier finden Sie eine Auflistung und Kurzbeschreibung verschiedener Arzneimittelarten.

a. Rezeptpflichtige Arzneimittel

Rezeptpflichtige Arzneimittel werden in den Apotheken gegen Vorlage eines vom Arzt ausgestellten Rezeptes abgegeben. Die Zulassungsbehörde bestimmt auf Basis des Rezeptpflichtgesetzes, ob ein Arzneimittel rezeptpflichtig ist. Rund 68 % aller in Österreich zugelassenen Medikamente sind rezeptpflichtig.

b. Rezeptfreie Arzneimittel

Rezeptfreie Arzneimittel werden in den Apotheken ohne Vorlage eines Rezeptes an den Patienten abgegeben. 2015 waren rund 32 % der in Österreich zugelassenen Humanarzneimittel (ohne Homöopathika) rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

c. Innovative Arzneimittel

Die Entwicklung von innovativen Medikamenten ist mit hohen Forschungsausgaben der pharmazeutischen Unternehmen verbunden. Es vergehen durchschnittlich 12 Jahre bis ein neues Arzneimittel auf den Markt kommt. Der Patentschutz ermöglicht die Innovationsleistung und somit den medizinischen Fortschritt.

Durch die pharmazeutische Forschung können immer mehr Krankheiten behandelt werden. Das Ergebnis dieser Forschung sind neben neuen Präparaten auch weiterentwickelte, bekannte Arzneimittel, die die Lebensqualität der Patienten deutlich verbessern, wie z.B. die Einnahme von Tabletten statt einer Spritze. Innovative Arzneimittel ermöglichen den Markteintritt für Generika nach Patentablauf.

d. Generika

Generika sind "Kopien" von Originalpräparaten, die nach Ablauf des Patentes am Markt angeboten werden. Der Zugriff der Generikahersteller auf die Patentunterlagen der Originalhersteller ermöglicht die Herstellung von Medikamenten ohne großen Forschungsaufwand. Das Generikum muss die gleiche qualitative und quantitative Zusammensetzung aus Wirkstoffen und die gleiche Darreichungsform aufweisen wie das Originalprodukt.

e. Homöopathika

Homöopathische Arzneimittel werden nach dem Grundsatz Simila Similibus Curentur – "Gleiches mit Gleichem behandeln" eingesetzt. In der Praxis beobachtet der Arzt genau die Symptome des Patienten und sucht daraufhin exakt jenes Heilmittel, das die gleichen Symptome bei Gesunden hervorruft.

Homöopathika aus dem Pflanzen-, Mineral- und Tierreich verändern ihr Wirkpotenzial durch verschiedene Vorgänge wie z.B. Verdünnung mit anschließendem Schütteln oder Reiben.

f. Biologika

Biologika sind Eiweißsubstanzen (Proteine), die mit aufwändigen gentechnischen Verfahren aus lebenden Zellen von Tier oder Mensch produziert werden. Sie können die Aktivität von im Körper natürlich vorkommenden Substanzen gezielt fördern oder blockieren und so das Krankheitsgeschehen verlangsamen oder sogar stoppen.

g. Biosimilars

Biosimilars sind biologische Arzneimittel, die nach Ablauf der Patentzeit eines Originalwirkstoffes zugelassen werden. Die Wirkstoffe sind jedoch nicht völlig identisch zum Originalwirkstoff und deshalb keine Generika. Im Vergleich zu Generika erfordern Biosimilars weiteren Forschungs- und Zulassungsaufwand sowie speziellere Überwachungsmaßnahmen.