Erstattungssystem in Österreich

In Österreich können grundsätzlich alle zugelassenen Medikamente verschrieben werden. Krankenkassen übernehmen die Kosten wenn diese im EKO enthalten sind. Alle im Erstattungskodex (EKO) enthaltenen Medikamente werden von den Krankenkassen erstattet, bzw. bei Vorliegen einer chefärztlichen Bewilligung bezahlt.

 

Die Veröffentlichung des gesamten EKO erfolgt jeweils zu Jahresbeginn in gedruckter Form (beinhaltet den Grünen und den Gelben Bereich), alle monatlichen Änderungen (auch die des Roten Bereichs) werden im Internet unter www.avsv.at veröffentlicht.

Der EKO gliedert sich in drei Bereiche (auch Boxen genannt):

Der GRÜNE BEREICH umfasst jene Medikamente, die entweder allgemein oder unter bestimmten Voraussetzungen in der als frei verschreibbar angegebenen Menge abgegeben werden dürfen. Eine ärztliche Bewilligung des chef- und kontrollärztlichen Dienstes der Krankenkasse ist bei Einhaltung der Erstattungskodex-Regeln nicht erforderlich.

Der GELBE BEREICH beinhaltet jene Medikamente, die einen wesentlichen zusätzlichen therapeutischen Nutzen für die Patienten aufweisen und die aus medizinischen und/oder gesundheitsökonomischen Gründen nicht in den Grünen Bereich aufgenommen wurden. Die Kosten werden von den Krankenversicherungsträgern nur bei Vorliegen der ärztlichen Bewilligung des chef- und kontrollärztlichen Dienstes der Krankenkasse übernommen (RE1 = dunkelgelber Bereich). Für einzelne Medikamente dieser Box, deren Aufnahme sich auf eine bestimmte Verwendung bezieht, akzeptiert der Hauptverband anstelle der ärztlichen Bewilligung des chef- und kontrollärztlichen Dienstes eine nachfolgende Kontrolle der Einhaltung der bestimmten Verwendung anhand der Dokumentation des behandelnden Arztes (RE2 = hellgelber Bereich).

Der ROTE BEREICH beinhaltet zeitlich befristet jene Medikamente, für deren Aufnahme in den Erstattungskodex ein Antrag gestellt wurde. Die Kosten werden von den Krankenversicherungsträgern nur bei Vorliegen der ärztlichen Bewilligung des chef- und kontrollärztlichen Dienstes der Krankenkasse übernommen.

Weiters ist im EKO auch das Verzeichnis der Stoffe für magistrale Zubereitungen enthalten, die nur mit vorheriger chef(kontroll)ärztlichen Bewilligung abgegeben werden können.

Alle übrigen, nicht im Erstattungskodex enthaltenen Medikamente, werden von den Krankenkassen nur im begründeten Einzelfall und bei Vorliegen einer ärztlichen Bewilligung des chef- und kontrollärztlichen Dienstes bezahlt. Bestimmte Gruppen von Medikamenten, etwa jene zur Empfängnisverhütung, müssen in jedem Fall vom Patienten selbst bezahlt werden.

 

Boxensystem vereinfachte Darstellung

 

Anzahl der Arzneimittelspezialitäten im EKO (nach Packungen-Pharmazentralnummern)

Zum 1. Jänner 2018 waren insgesamt 7.395 Packungen im EKO gelistet, bei seiner Einführung 2015 waren es Bei Einführung des EKO waren insgesamt 5.266 Packungen gelistet.

anzahl der am spezialitäten im eko